Archive | August, 2011

Autobrandstiftungen auf Brandenburg ausgeweitet

18 Aug
Shopping mall Linden-Center at Prerower Platz,...

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In der dritten Nacht in Folge haben Brandstifter Autos in Berlin angezündet. In Charlottenburg, Tiergarten und Neu-Hohenschönhausen brannten neun Fahrzeuge.

Erstmals wurden auch in Brandenburg Autos in Brand gesteckt.

Am frühen Donnerstagmorgen brannten neun Fahrzeuge, weitere drei wurden nach Angaben der Polizei beschädigt. Es traf wieder überwiegend Autos in dem gutbürgerlichen Bezirk Charlottenburg. Weiterlesen

Brandstiftung laut SPD „Vorstufe zum Terrorismus“

18 Aug
Übersichtskarte der Straßen und Plätze in Berl...

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Kein Ende der Brandstiftungen in Berlin: Bereits an drei aufeinanderfolgenden Nächten wurden 35 Autos angezündet. Die Polizeigewerkschaft fordert hartes Durchgreifen.

Die Serie von Brandanschlägen auf Autos in Berlin geht auch in der dritten Nacht weiter. Bislang sind insgesamt 35 Autos den nächtlichen Angriffen der Brandstifter in Flammen aufgegangen. Weitere Fahrzeuge wurden beschädigt.

Autbrände in Berlin - Brandstiftung laut SPD "Vorstufe zum Terrorismus"

Autbrände in Berlin - Brandstiftung laut SPD "Vorstufe zum Terrorismus"

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) forderte indes ein strenges Durchgreifen: Weiterlesen

Hartz IV – Die Wahrheit über Berlins Kinderarmut

15 Aug

Berlin hat eine erfreuliche Geburtenrate. Doch jedes dritte Baby wächst in Hartz-IV-Verhältnissen auf.

Das Glück, ein Kind zu bekommen. Rund 30.000 Berliner Eltern wird es zu Teil. Jedes Jahr. Damit steht die Hauptstadt im Bundesvergleich gut da. 9,3 Geburten sind es auf 1000 Berliner, bundesweit liegt die Rate bei nur 8,3. Doch so erfreulich die Geburtenzahlen auch sind – die sozialen Umstände, unter denen viele Kinder in unserer Stadt aufwachsen, erschrecken. Das belegen Zahlen, die jetzt erstmals veröffentlicht wurden.

picture-alliance/ dpa Jedes dritte Kind, das 2010 in Berlin geboren wurde, lebt in einem Hartz-IV-Haushalt

picture-alliance/ dpa Jedes dritte Kind, das 2010 in Berlin geboren wurde, lebt in einem Hartz-IV-Haushalt

Danach wurde mehr als jedes dritte Baby, das 2010 in Berlin zur Welt kam, in einen Hartz-IV-Haushalt hinein geboren.

Konkret: Von den 33.393 Neugeborenen lebten 13.647 von Hartz IV. Das entspricht einer Quote 40,8 Prozent. So steht es in einer Antwort des Sozialsenats auf eine parlamentarische Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten René Stadtkewitz. Der Senat beruft sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Weiterlesen

Knabe will Verbot von DDR-Uniformen

15 Aug
Quadriga, Brandenburger-Tor, Berlin, Germany

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Hubertus Knabe, Leiter der Stasi-Gedenkstätte, will ein Verbot von DDR-Uniformen am Brandenburger Tor.

Sie sind beliebtes Foto-Objekt der Touristen: Die Straßenkünstler, die in DDR-Uniformen vor dem Brandenburger Tor stehen. Nun fordert der Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, ein Verbot von DDR-Folklore am Brandenburger Tor. 50 Jahre nach dem Mauerbau sei es an der Zeit, dass die Bundesregierung „dieses geschmacklose Treiben“ verbiete, erklärte Knabe am Freitag in Berlin. Er fügte hinzu: „Ich kenne kein anderes Land, in denen man in den Uniformen einer gestürzten Diktatur auf der Straße frei herumspazieren kann.“ Weiterlesen

Restaurierung des Grabdenkmals auf Ehrenfriedhof Wilhelmshaven

14 Aug

Spatenstich soll am 23. August sein. Zur Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports sollen die Arbeiten beendet sein.

Zur Fertigstellung wollen die Arbeitskreis-Mitglieder russische Repräsentanten einladen; bis 1991 kamen regelmäßig Delegierte der Russischen Botschaft Bonn zum Denkmal. Durch Mauerfall, Ende des Kalten Kriegs und den Zusammenbruch der UdSSR kam es dann zu keinen Besuchen mehr.

Der Zahn der Zeit nagt am sowjetisch/russischen Grabdenkmal auf dem Ehrenfriedhof Wilhelmshaven. Das Bauwerk zu Ehren von zwölf russischen Kriegsgefangenen aus dem Ersten Weltkrieg ist in miserablem Zustand. Das soll nun geändert werden: Der Club zu Wilhelmshaven plant, das Denkmal zu restaurieren. Das Projekt wurde jetzt im Hinblick auf den „Tag des offenen Denkmals“ am 11. September vom Arbeitskreis Wissenschaft und Kultur vorgestellt. Pünktlich zur Einweihung des Jade-Weser-Ports am 5. August 2012 sollen die Arbeiten fertiggestellt sein.

Russisches Grabdenkmal auf dem Ehrenfriedhof Wilhelmshaven

Russisches Grabdenkmal auf dem Ehrenfriedhof Wilhelmshaven

„Es ist ein Jammer, dass dieses Kulturgut langsam verfällt“, sagt Rudolf Niessen. Weiterlesen

Westberlin als Basis für gewaltsame und propagandistische Aktionen gegen die sozialistischen Länder

14 Aug
Merchant flag of the allied countries (1946&nd...

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Westberlin fungierte bis zum 13. August 1961 als Basis für gewaltsame und propagandistische Aktionen gegen die sozialistischen Länder. DDR und Sowjetunion versuchten, das zu ändern. Auszüge aus Dokumenten

Am 18. Januar 1961 wandte sich der Erste Sekretär des Zentralkomitees der SED und Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ublricht, an den Ersten Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Nikita Sergejewitsch Chruschtschow mit einem längeren Schreiben:

Zu Beginn des Jahres habe ich im Politbüro einen Bericht gegeben über die Einschätzung der politischen und wirtschaftlichen Ergebnisse des Jahres 1960 und den Plan für die Politik im Jahre 1961 entwickelt. Die folgenden Darlegungen enthalten das Ergebnis der Aussprache. Weiterlesen

Bei den roten Preußen

14 Aug
Emblem of the Kampfgruppen der Arbeiterklasse

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Wie ein Engländer die DDR erlebt (III) / Von Timothy Garton Ash Der volle Text von Timothy Garton Ash ist als SPIEGEL-BUCH Nr. 15 unter dem Titel „Und willst du nicht mein Bruder sein …“ (208 Seiten; 14 Mark) erschienen.

Der Ost-Berliner Invalidenfriedhof ist einer der gespenstischsten Friedhöfe der Welt – geteilt, wie es Deutschland ist. Die Mauer, die seine westliche Seite begrenzt, ist die Mauer. Parallel zu ihr zieht sich eine Linie von Warnschildern, die vom Norden bis zur südlichen Mitte des Friedhofs das Gebiet abgrenzt, das kein Besucher betreten darf.

Hier liegt die militärische Elite Deutschlands begraben: Hier steht das bewachsene Grabmal des Generalfeldmarschalls von Schlieffen; hier liegen Generaloberst Helmuth von Moltke und das Flieger-As des Ersten Weltkriegs, Manfred von Richthofen; und hier thront über allen, mitten in der Sperrzone, ein Grabdenkmal, geschaffen von Schinkel, Rauch und Tieck für Gerhard Johann David von Scharnhorst. Weiterlesen

Zurück in Arkadien! Der „kalte Krieg“ um die Villa Massimo und ihre Übergabe an die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1956

14 Aug
Self-portrait of French painter Léon Cogniet i...

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Zurück in Arkadien! Der „kalte Krieg“ um die Villa Massimo und ihre Übergabe an die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1956

Vortrag anlässlich der Tagung „Deutsche Forschungs- und Kulturinstitute in Rom in der Nachkriegszeit“ am Deutschen Historischen Institut, Rom, 29. – 31. Oktober 2003

Dr. Joachim Blüher und Angela Windholz

Die deutsche Akademie Villa Massimo in Rom, die wie die Akademien der Spanier, Engländer und Amerikaner erst kurz vor dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde, hatte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht nur mit zweimaliger Sequestrierung, sondern auch mit großen innerdeutschen Zweifeln am Sinn ihrer Einrichtung zu kämpfen. Schon 1920, als es darum ging, die erst wenige Monate vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges eröffnete Villa Massimo nach dem Krieg aus der Konfiszierung herauszulösen, hieß es in Gutachten über ihre bisherige Funktion: „Die Erfahrungen mit unseren Romstipendiaten sind nicht so günstig, daß man den Weiterbestand der Deutschen Akademie in Rom befürworten könnte.“ Obwohl Benito Mussolini 1923 versicherte, „ché di Villa Massimo non si parla, perché sarà restituita” zogen sich die Rückgabeverhandlungen insgesamt über zehn Jahre bis zu ihrer Wiedereröffnung hin. Das lag nicht nur an den wachsenden Zweifeln gegenüber der Notwendigkeit künstlerischer Romstudien und der angespannten wirtschaftlichen Situation, sondern auch an der Belegung der Villa Massimo mit italienischen Kriegsversehrten aus dem Ersten Weltkrieg. Die dort untergebrachten mutilati konnten als patriotische Helden wirkungsvoll politisch instrumentalisiert werden. Ihre Beherbergung in der deutschen Villa konnte in gewisser Weise als späte Genugtuung gegenüber dem Kriegsfeind, als gerechte Übergabe an die Kriegsgeschädigten interpretiert und die Villa als Trophäe betrachtet werden. Weiterlesen

Das rote Preußen

14 Aug
Adam Riese (1492–1559), mathématicien allemand

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Aus zwei mach eins: Mit ihrem ganzen Prestige werben der Sozialdemokrat Manfred Stolpe und der Christdemokrat Eberhard Diepgen für ein gemeinsames Land Berlin-Brandenburg. Aber die Vorbehalte sind hier wie dort riesengroß. Die West-Berliner befürchten, daß sie im „roten Meer“ untergehen und die DDR wiederaufersteht; die Märker verabscheuen ohnehin von jeher die Hauptstädter. Die Ressentiments sind seit der Wiedervereinigung eher gewachsen.

Auch in Preußen waren die Märker seit jeher darauf bedacht, Distanz zu den als großmäulig und ruhelos geltenden Großstädtern zu wahren. Die Alliierten spalteten die zerbombte Metropole schließlich vom Umland ab, direkte Folge des Vier-Mächte-Status nach dem Zweiten Weltkrieg; der preußische Staat wurde zerschlagen und verboten, die Teilung besiegelt.

Tatsächlich konnten sich Brandenburger und Berliner nie besonders gut leiden. Als die Hauptstadt im Jahre 1912 mit sechs brandenburgischen Nachbarstädten und zwei Landkreisen zu Groß-Berlin vereinigt werden sollte, loderte eine ähnliche Angstdebatte wie heute auf. „Mög“ schützen uns des Kaisers Hand vor Groß-Berlin und Zweckverband“, dichteten die Fusionsgegner vor 80 Jahren.

Denn in Herz und Bauch der Brandenburger nistet die Angst vor der Dominanz der Hauptstadt-Wessis. Die Metropole gilt ihnen als Hochburg von Glücksrittern und Abwicklern. Alteingesessene West-Berliner hingegen fürchten den Untergang im „roten Meer“ und dazu „Stasi-Stolpe“ als künftigen Ministerpräsidenten eines geeinten Landes.

Die Vorbehalte gegen die angebahnte Integration sind historisch tief begründet. Die Brandenburger sind stolz aufs Ländliche, Altvordere, Langsame ihrer Provinz. Das gute alte Preußen, das für viele von ihnen schon mit der Reichsgründung 1871 unterging, hatte auch hier seine – karge – Seelenlandschaft; Fehrbellin, Königs Wusterhausen, Neuruppin sind historische Orte in der borussischen Heldengalerie.

Berlin aber war aus märkischer Sicht von jeher ein Hort ruchloser Modernität und stürmischen Fortschritts, der Unheil brachte: erst die Revolution 1848 und bald Wilhelm II., dann die Revolution 1918 und bald Hitler.

Die Allianz der 3,5 Millionen Hauptstädter mit den 2,5 Millionen Bewohnern des sie umgebenden Flächenstaates ist eine Sache der Vernunft. Und wenn die Berliner und die Brandenburger ihrer Obrigkeit folgen, setzen sie sogar ein politisches Zeichen, daß die Zeiten der deutschen Kleinstaaterei vorbei sind.

Selbstverständlich blickten die Berliner stets herunter auf die Provinzler rund um die Hauptstadt. Brandenburgs Städte eigneten sich aus dieser Warte bestenfalls zur Einrichtung preußischer Garnisonen oder wie Rheinsberg als romantische Ausflugsorte für ein kurzes Wochenende.

Selbst die resolute Regine Hildebrandt, die es gewohnt ist, Einwände lautstark niederzureden, stößt an ihre Grenzen. „Ick weeß, wat Sie jleich sagen werden: Die Berliner fressen uns allet weg“, ruft die Brandenburger Sozialministerin in eine Bürgerversammlung in Rüdersdorf und kontert, um Witz bemüht: „Würden se doch noch mehr fressen, dann könnten wir unsere Brandenburger Produkte bessa absetzen.“

Gut im Gedächtnis ist den Brandenburgern auch noch, wie die ostdeutsche Hauptstadt in der zentralistisch verwalteten DDR stets bevorzugt wurde. Spreewaldgurken gab es nicht im Spreewald, sondern im Kaufhaus Centrum am Alexanderplatz. Und als sich Ost- und West-Berlin Anfang der fünfziger Jahre einen Wettstreit im Wiederaufbau aus Ruinen lieferten, zog die SED fast alle Bauarbeiter aus den Provinzstädten ab. Die verfielen und verrotteten. Weiterlesen

Linken-Gruppe boykottiert Schweigeminute für Maueropfer

13 Aug
A part of the Berlin Wall

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Der Linken-Streit um die Bewertung des Mauerbaus ist voll entbrannt: Auf dem Landesparteitag in Rostock hat der radikale linke Flügel für die Position geworben, das Bollwerk sei „alternativlos“ gewesen.

Ein Teil der Delegierten boykottierte zudem die Schweigeminute für Mauertote.

Rostock – Genau das wollte die Linke vermeiden: Eine neue Debatte um die Bewertung des Mauerbaus, pünktlich zur heißen Wahlkampfphase in Mecklenburg-Vorpommern. Doch gleich zu Beginn des Parteitags des Landesverbands im Nordosten ist der Streit um die Bewertung der deutsch-deutschen Teilung voll ausgebrochen.

Seit Samstagvormittag tagen die Delegierten des Bundeslandes in der Stadthalle von Rostock. Der Termin fällt auf den 50. Jahrestag des Mauerbaus – und die Linke schwankt offen zwischen Verurteilung und Rechtfertigung des Bollwerks. Weiterlesen

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