Brandstiftung laut SPD „Vorstufe zum Terrorismus“

18 Aug
Übersichtskarte der Straßen und Plätze in Berl...

Image via Wikipedia

Kein Ende der Brandstiftungen in Berlin: Bereits an drei aufeinanderfolgenden Nächten wurden 35 Autos angezündet. Die Polizeigewerkschaft fordert hartes Durchgreifen.

Die Serie von Brandanschlägen auf Autos in Berlin geht auch in der dritten Nacht weiter. Bislang sind insgesamt 35 Autos den nächtlichen Angriffen der Brandstifter in Flammen aufgegangen. Weitere Fahrzeuge wurden beschädigt.

Autbrände in Berlin - Brandstiftung laut SPD "Vorstufe zum Terrorismus"

Autbrände in Berlin - Brandstiftung laut SPD "Vorstufe zum Terrorismus"

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) forderte indes ein strenges Durchgreifen:„Wir brauchen harte und abschreckende Urteile“, sagte DPolG-Chef Rainer Wendt der „Bild“-Zeitung. SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz bezeichnete die Brandstiftungen in dem Blatt als „eine Vorstufe zum Terrorismus“.

Autobrände in Berlin, die Brandserie hält an: Ein ausgebrannter Opel im Stadtteil Lichtenberg

Autobrände in Berlin, die Brandserie hält an: Ein ausgebrannter Opel im Stadtteil Lichtenberg

Bisher sind die Täter unbekannt geblieben. Die Polizei verstärkte in den vergangenen Nächten ihre Präsenz, sowohl in Uniform als auch in Zivil. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Dennoch kamen Polizei und Feuerwehr in den vergangenen Nächten kaum hinterher.

Der Berliner "Staatsschutz" ermittelt - ohne Erfolg gegen die Brandserie mit einem mutmaßlich politischen Hintergrund

Der Berliner "Staatsschutz" ermittelt - ohne Erfolg gegen die Brandserie mit einem mutmaßlich politischen Hintergrund

Allein am frühen Morgen waren in Berlin neun Autos angezündet worden. Verletzt wurde niemand. Es brannte in den Stadtteilen Charlottenburg, Tiergarten und Neu-Hohenschönhausen. Dabei rückten auch immer mehr ältere Autos ins Visier der Brandleger.

Brandserie von Autos in Berlin: Der verbrannte Motorblock eines Autos im Stadtteil Zehlendorf

Brandserie von Autos in Berlin: Der verbrannte Motorblock eines Autos im Stadtteil ZehlendorfBrandserie von Autos in Berlin: Der verbrannte Motorblock eines Autos im Stadtteil Zehlendorf

Die Polizei ging, wie bereits in den vergangenen Nächten, auch in den Fällen vom frühen Morgen von Brandanschlägen mit politischen Motiven aus. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen.

Die Suche nach den Brandstiftern gestaltet sich aus Sicht der Polizei bei einem Straßennetz von rund 5.400 Kilometern Länge immer schwieriger. Während sich einerseits Brände in einer Gegend häufen, kommen auch immer wieder mehrere Kilometer entfernte Brandorte in einer Nacht hinzu.

Brennende Autos in der Hauptstadt

Die Glut auf den Straßen Berlins

Auch in der Nacht zum Donnerstag brennen in Berlin wieder Autos. Niemand scheint zu wissen, warum – und was zu tun ist. Denn galt das Anzünden von Autos bisher als typisch linkes Delikt, spielen inzwischen auch Nachahmungstaten eine Rolle.

„Ich hatte ihn sogar noch vollgetankt“, sagt Naim Mirta und schaut auf das, was von seinem Mercedes E 200 übrig geblieben ist. Schief hängt die verkohlte Karosserie über dem rechten Vorderreifen. Die Windschutzscheibe ist zerplatzt. Blasig löst sich der Lack, wo er nicht in schwarzen Flocken abgefallen ist. Auch zwölf Stunden nach dem Brandanschlag riecht es auf dem Parkplatz vor dem Wohnblock am Heilmannring in Charlottenburg noch nach verbranntem Gummi und heißem Metall. Um Mitternacht hatten die Täter zugeschlagen. Sie waren längst wieder davon, als die Polizei kam.

Anfangs waren es Nobelkarossen, nun trifft es auch alte Autos

Anfangs waren es Nobelkarossen, nun trifft es auch alte Autos

Mirta hat seinen Fotoapparat mitgebracht, um die Überreste seines Wagens zu dokumentieren. „Ich bin alles andere als ein reicher Mann“, sagt er. Naim Mirta stammt aus Mazedonien. Er hat eine Frau, zwei kleine Kinder und arbeitet in der Gastronomie – oder wo immer auch sonst ihm das Jobcenter eine Stelle vermitteln kann. Den Mercedes hat er vor einem Jahr gekauft. Zehn Jahre war der Wagen damals alt, war 50.000 Kilometer gefahren, aber noch gut in Schuss. Eine zuverlässige Familienkutsche für 8.000 Euro. Geld, dass sich Mirta zusammensparen musste.

Jetzt ist er fassungslos, denn die Versicherung wird nichts zahlen. Er hatte nur eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, es war die günstigste Variante.

Berlin hat ein Straßennetz von rund 5400 Kilometern Länge

Berlin hat ein Straßennetz von rund 5400 Kilometern LängeBerlin hat ein Straßennetz von rund 5400 Kilometern Länge

„Diese Verbrecher müssen doch auch die Kindersitze im Wagen gesehen haben“, sagt er. „Diese Irren denken wohl, Mercedes sei Luxus. Aber das ist es nicht, nicht so ein altes Auto. Und ich brauche es für die Arbeit.“

Mirta will wenigstens noch den Stern von seinem Autowrack abschrauben. Als Erinnerung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: