Berlin – Hauptstadt der DDR

19 Jan
EAST GERMANY 1960's passenger TWO line plate

Image by woody1778a via Flickr

Berlin – Hauptstadt der DDR

Berlin ist „Hauptstadt der DDR“. Und die DDR ist eine besatzungsrechtliche Ordnung ursprünglich mit gesamtdeutschem Anspruch. Wobei mir rätselhaft bleibt, wie sie diesen gesamtdeutschem Anspruch gegenüber Stalin durchsetzen wollten.

Die DDR hatte Pläne, innerhalb von 48 Stunden Westberlin militärisch zu kontrollieren – und hätte das auch so wohlorganisiert geschafft wie den Mauerbau; den trauten die Sowjets Ulbrichts Mannschaft nicht zu – und das war auch der Grund, weshalb der Kreml immer Schiß-in-die-Bux hatte vor der DDR. Die kennen nämlich die Preußen, egal ob schwarze oder rote…

  • Die Pläne für die Eroberung Westberlins im V-Fall liefen unter dem Codewort Operation Stoß.

Ab Mitte der 1980er Jahre wurde eine primär defensive Militärdoktrin in der DDR eingeführt, dies hatte auch Auswirkungen auf die Berlin Operation, die jetzt unter dem Codewort Operation Zentrum geplant wurde.

  • Einrichtungen der Alliierten in Westberlin sollten nicht mehr vernichtet, sondern lediglich blockiert werden.

Die Berlin Operation

Stettin icebraker on shore in Szczecin, Poland.

Image via Wikipedia

Für die Berlin Operation waren die 1. Motorisierte Schützendivision der NVA sowie das dem Kommando Landstreitkräfte direkt unterstellte Luftsturmregiment 40 und weitere Kräfte der GSSD vorgesehen. Für diese Zielstellung wurde regelmäßig trainiert, dazu existierte in Lehnin eine Stadtkampfanlage Scholzenslust. Entsprechende Kommandostabsübungen wurden regelmäßig unter der Codebezeichung Bordkante durchgeführt (z.B. Codebezeichnung Bordkante 85).

Es gibt nur wenig Literatur zum Thema: Helmut Göpel hat, ohne die wirkliche Planung zu kennen, die nicht überliefert wurde, versucht die geplanten Operationen zu rekonstruieren.

Helmut Göpel IX. Die Berlin-Operation. In: Klaus Naumann (Hrsg.): NVA Anspruch und Wirklichkeit. Berlin u.a. 1993. ebenda S. 286

http://www.cold-war.de/archive/index.php/t-107.html

English: Bruin and Hogenberg: Alten Stettin 15...

Image via Wikipedia

Denn Stalin hatte Ostdeutschland bekanntlich unter polonische und sowjetische Verwaltung gestellt – wobei die Frage des Stettiner Hafens erst offen blieb. Zunächst wurde Stettin von KPD-Leuten verwaltet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stettin#Geschichte

Nach Kriegsende war der genaue Verlauf der Demarkationslinie zwischen der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und den unter polnische Verwaltung gestellten deutschen Gebieten im Stettiner Raum noch unklar, so daß die Sowjetunion zunächst davon absah, das westlich der Oder gelegene Stettin den polnischen Behörden zu übergeben, und in der Stadt eine neugebildete deutsche Verwaltung einsetzte, zunächst ab dem 2. Mai 1945 unter Erich Spiegel als Bürgermeister, der am 26. Mai 1945 durch den KPD-Politiker Erich Wiesner abgelöst wurde.

Am 5. Juli 1945 wurde Stettin jedoch – unter Bruch bestehender alliierter Vereinbarungen, die einen Grenzverlauf „unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße“ vorsahen, die Oder-Neiße-Linie – von der sowjetischen Besatzungsmacht an Polen übergeben und von diesem in Szczecin umbenannt.

Gleichzeitig erfolgte die Ablösung der deutschen Stadtverwaltung unter Absetzung des Bürgermeisters Wiesner, und es begann die Ansiedlung von Polen, die mit der Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung einherging.

English: Prussian steam locomotive S3 Stettin ...

Image via Wikipedia

Stettin wurde als Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft und unter Reaktivierung von Industrie, Bildungseinrichtungen etc. wiederaufgebaut.

Der Hafen wurde erst 1955 von der Sowjetunion in polnische Verwaltung übergeben.

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