Tag Archives: West-Berlin

Das war allerdings am 17. Januar 1871 in Versailles sicherlich nicht der Fall

25 Sep
Eingangshalle. Ehemaliges Preußisches Herrenha...

Eingangshalle. Ehemaliges Preußisches Herrenhaus; Sitz des Bundesrats der Bundesrepublik Deutschland; Leipziger Straße, Berlin (Photo credit: Wikipedia)

Jedenfalls dürfte überall auf der Welt die Regel gelten, daß ein Reich oder ein Staat im Hoheitsgebiet des jeweilig zu gründenden Reichs oder Staates gegründet wird.

Das war allerdings am 17. Januar 1871 in Versailles sicherlich nicht der Fall.

Daher ist auch das Deutsches Kaiserreich eine Exilregierung FÜR das Deutsche Volk, so wie die Bundesrepublik Deutschland ja auch nur ein Militärgesetz kennt FÜR die Bundesrepublik Deutschland, welches am 12. Mai 1949 mit Vorbehaltsrechten angeordnet wurde von den Militärgouverneure der Drei Mächte in den West-Zonen.

Diese Vorbehaltsrechte für Berlin wurden am 8. Juni 1990 nochmal bekräftigt, und zwar dahingehend, daß die getroffenen Regelungen wie bisher auch weiterhin in Kraft bleiben.

Nämlich, daß die West-Sektoren von Groß-Berlin wie bisher auch weiterhin nicht zur Bundesrepublik Deutschland gehören und wie bisher auch weiterhin nicht von ihr regiert werden.

Demnach kann die BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND gar keine Regierung stellen. Das war aber schon seit dem Illuminatenfeiertag 23. Mai im Jahre 1949 so der Fall. Weiterlesen

Berlin – Hauptstadt der DDR

19 Jan
EAST GERMANY 1960's passenger TWO line plate

Image by woody1778a via Flickr

Berlin – Hauptstadt der DDR

Berlin ist „Hauptstadt der DDR“. Und die DDR ist eine besatzungsrechtliche Ordnung ursprünglich mit gesamtdeutschem Anspruch. Wobei mir rätselhaft bleibt, wie sie diesen gesamtdeutschem Anspruch gegenüber Stalin durchsetzen wollten.

Die DDR hatte Pläne, innerhalb von 48 Stunden Westberlin militärisch zu kontrollieren – und hätte das auch so wohlorganisiert geschafft wie den Mauerbau; den trauten die Sowjets Ulbrichts Mannschaft nicht zu – und das war auch der Grund, weshalb der Kreml immer Schiß-in-die-Bux hatte vor der DDR. Die kennen nämlich die Preußen, egal ob schwarze oder rote…

  • Die Pläne für die Eroberung Westberlins im V-Fall liefen unter dem Codewort Operation Stoß.

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Westberlin als Basis für gewaltsame und propagandistische Aktionen gegen die sozialistischen Länder

14 Aug
Merchant flag of the allied countries (1946&nd...

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Westberlin fungierte bis zum 13. August 1961 als Basis für gewaltsame und propagandistische Aktionen gegen die sozialistischen Länder. DDR und Sowjetunion versuchten, das zu ändern. Auszüge aus Dokumenten

Am 18. Januar 1961 wandte sich der Erste Sekretär des Zentralkomitees der SED und Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ublricht, an den Ersten Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Nikita Sergejewitsch Chruschtschow mit einem längeren Schreiben:

Zu Beginn des Jahres habe ich im Politbüro einen Bericht gegeben über die Einschätzung der politischen und wirtschaftlichen Ergebnisse des Jahres 1960 und den Plan für die Politik im Jahre 1961 entwickelt. Die folgenden Darlegungen enthalten das Ergebnis der Aussprache. Weiterlesen

Das rote Preußen

14 Aug
Adam Riese (1492–1559), mathématicien allemand

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Aus zwei mach eins: Mit ihrem ganzen Prestige werben der Sozialdemokrat Manfred Stolpe und der Christdemokrat Eberhard Diepgen für ein gemeinsames Land Berlin-Brandenburg. Aber die Vorbehalte sind hier wie dort riesengroß. Die West-Berliner befürchten, daß sie im „roten Meer“ untergehen und die DDR wiederaufersteht; die Märker verabscheuen ohnehin von jeher die Hauptstädter. Die Ressentiments sind seit der Wiedervereinigung eher gewachsen.

Auch in Preußen waren die Märker seit jeher darauf bedacht, Distanz zu den als großmäulig und ruhelos geltenden Großstädtern zu wahren. Die Alliierten spalteten die zerbombte Metropole schließlich vom Umland ab, direkte Folge des Vier-Mächte-Status nach dem Zweiten Weltkrieg; der preußische Staat wurde zerschlagen und verboten, die Teilung besiegelt.

Tatsächlich konnten sich Brandenburger und Berliner nie besonders gut leiden. Als die Hauptstadt im Jahre 1912 mit sechs brandenburgischen Nachbarstädten und zwei Landkreisen zu Groß-Berlin vereinigt werden sollte, loderte eine ähnliche Angstdebatte wie heute auf. „Mög“ schützen uns des Kaisers Hand vor Groß-Berlin und Zweckverband“, dichteten die Fusionsgegner vor 80 Jahren.

Denn in Herz und Bauch der Brandenburger nistet die Angst vor der Dominanz der Hauptstadt-Wessis. Die Metropole gilt ihnen als Hochburg von Glücksrittern und Abwicklern. Alteingesessene West-Berliner hingegen fürchten den Untergang im „roten Meer“ und dazu „Stasi-Stolpe“ als künftigen Ministerpräsidenten eines geeinten Landes.

Die Vorbehalte gegen die angebahnte Integration sind historisch tief begründet. Die Brandenburger sind stolz aufs Ländliche, Altvordere, Langsame ihrer Provinz. Das gute alte Preußen, das für viele von ihnen schon mit der Reichsgründung 1871 unterging, hatte auch hier seine – karge – Seelenlandschaft; Fehrbellin, Königs Wusterhausen, Neuruppin sind historische Orte in der borussischen Heldengalerie.

Berlin aber war aus märkischer Sicht von jeher ein Hort ruchloser Modernität und stürmischen Fortschritts, der Unheil brachte: erst die Revolution 1848 und bald Wilhelm II., dann die Revolution 1918 und bald Hitler.

Die Allianz der 3,5 Millionen Hauptstädter mit den 2,5 Millionen Bewohnern des sie umgebenden Flächenstaates ist eine Sache der Vernunft. Und wenn die Berliner und die Brandenburger ihrer Obrigkeit folgen, setzen sie sogar ein politisches Zeichen, daß die Zeiten der deutschen Kleinstaaterei vorbei sind.

Selbstverständlich blickten die Berliner stets herunter auf die Provinzler rund um die Hauptstadt. Brandenburgs Städte eigneten sich aus dieser Warte bestenfalls zur Einrichtung preußischer Garnisonen oder wie Rheinsberg als romantische Ausflugsorte für ein kurzes Wochenende.

Selbst die resolute Regine Hildebrandt, die es gewohnt ist, Einwände lautstark niederzureden, stößt an ihre Grenzen. „Ick weeß, wat Sie jleich sagen werden: Die Berliner fressen uns allet weg“, ruft die Brandenburger Sozialministerin in eine Bürgerversammlung in Rüdersdorf und kontert, um Witz bemüht: „Würden se doch noch mehr fressen, dann könnten wir unsere Brandenburger Produkte bessa absetzen.“

Gut im Gedächtnis ist den Brandenburgern auch noch, wie die ostdeutsche Hauptstadt in der zentralistisch verwalteten DDR stets bevorzugt wurde. Spreewaldgurken gab es nicht im Spreewald, sondern im Kaufhaus Centrum am Alexanderplatz. Und als sich Ost- und West-Berlin Anfang der fünfziger Jahre einen Wettstreit im Wiederaufbau aus Ruinen lieferten, zog die SED fast alle Bauarbeiter aus den Provinzstädten ab. Die verfielen und verrotteten. Weiterlesen

Punks und Blues-Fans in Ost-Berlin (1982)

13 Aug
Official Portrait of President Ronald Reagan

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In der  Erlöserkirche in Ost-Berlin trifft sich die unangepasste DDRJugend: Blues-Fans, Punks und Mitglieder der Jungen Gemeinde. Seit drei Jahren finden in der Kirche Gottesdienste mit Musik statt. Die sogenannten „Blues-Messen“, organisiert vom Pfarrer Rainer Eppelmann und dem Musiker Holly Hollwas. Sie werden schnell zum Treffpunkt für Oppositionelle. Unter ihnen auch der damals 18-jährige Uhrmacher-Lehrling Dirk Moldt.

1982 – das war das Jahr, in dem erstmalig in Westberlin Smog-Alarm der Stufe 1 ausgerufen wurde, der US-amerikanische Präsident Ronald Reagan Westberlin besuchte und der Ost-Berliner Pfarrer Rainer Eppelmann mit dem Dissidenten Robert Havemann ihren „Berliner Appell“ veröffentlichten, in dem sie Abrüstung und Meinungsfreiheit in der DDR forderten. Weiterlesen

In West-Berlin ist der „Teufel“ los (1967)

13 Aug
Position and course of the Berlin Wall and its...

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Fritz Teufel und ein knappes Dutzend anderer Studenten haben im Januar 1967 in Westberlin die Wohngemeinschaft „Kommune 1“ gegründet. Sie wollen nicht weniger als das Leben und das Lieben revolutionieren. Wie – das wissen sie noch nicht. Zu den Kommunarden der ersten Stunde gehört auch der Germanistik-Student Detlef Michel.

1967 – das war das Jahr der Jugendbewegungen. In Westberlin herrscht Aufbegehren, Tumult, Rebellion: Die Studenten gehen auf die Barrikaden. Während des Schah-Besuchs stirbt der Student Benno Ohnesorg durch eine Polizeikugel. Weiterlesen

Der Entenschnabel in Glienicke/Nordbahn

13 Aug
Occupied Berlin, territorial exchange visible ...

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Nach dem Bau der Mauer 1961 waren mehrere Westberliner Orte vom Gebiet der DDR umgeben. Es gab jedoch auch Ost-Berliner Enklaven wie den Entenschnabel in Glienicke/Nordbahn. Die Straße „Am Sandkrug“ war eine Sackgasse und ragte mit dem einen Ende nach West-Berlin hinein.

Betroffene waren vor allem die Bewohner dieser Enklaven, die ständig einen Passierschein bei sich tragen mussten und von DDR-Grenzern kontrolliert wurden. Weiterlesen

Westmüll im Osten – Deponie in Schöneiche bei Zossen

13 Aug
Bundesarchiv Bild 183-1990-0125-030, Blockade ...

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Müll war auch zu Mauerzeiten ein lukratives Geschäft. Fünf Millionen Tonnen Müll aus Westberlin landeten von 1974 bis 1994 auf der Deponie in Schöneiche bei Zossen, also auf dem Gebiet der DDR. Weiterlesen

Steinstücken. „Wir waren besonders“

13 Aug
Berlin blockade

Berlin blockade (Photo credit: Wikipedia)

Steinstücker zu sein – das galt etwas. Denn Steinstücker hatten Sonderrechte. Drei Straßen klein war die Westberliner Exklave auf DDR-Terrain. Eingemauert und bewacht von der DDR und beschützt von den Amerikanern leben die Steinstücker ihre ganz eigene Realität. Gert Knecht wohnte an der Mauer, hörte nachts die Hunde und den Alarm.

Heute herrscht Stille in Steinstücken und Knecht sehnt sich zurück.

Bereits 1898 wurde Stolpe einschließlich dieser Exklave in die Landgemeinde Wannsee übernommen und gelangte somit 1920 bei der Bildung Groß-Berlins zum neu entstandenen Bezirk Zehlendorf. Ebenso ging es anderen bewohnten Exklaven wie Fichtenwiese, Erlengrund, Finkenkrug (alle Bezirk Spandau), aber auch unbewohnten (siehe Tabelle). Sie gehörten verwaltungsmäßig zu Berlin, lagen aber außerhalb des geschlossenen Stadtgebiets.

Westberliner Exklaven auf DDR-Gebiet

Zu Zeiten des Kalten Krieges geriet das winzige bewohnte Fleckchen Steinstücken wiederholt in das politische Räderwerk der beiden Großmächte Sowjetunion und USA und damit auch in die internationalen Schlagzeilen. Mehrmals wurden Versuche der DDR registriert, Steinstücken als Bestandteil des von den US-Amerikanern besetzten Bezirks Zehlendorf abzutrennen. Allerdings meldeten die Medien am 30. August 1972, dass eine Verbindungsstraße zwischen dem Ortsteil Kohlhasenbrück (Bezirk Zehlendorf) und der Exklave Steinstücken eröffnet wurde. Als Voraussetzung dazu bedurfte es allerdings einer gewichtigen internationalen Vereinbarung, des Viermächteabkommens über Berlin vom 3. September 1971. Weiterlesen

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